|
12.5.2010 Kleine Zeitung
12.5.2010 Sonntagsblatt
28.4.2010 Kathpress
20.4.2010 Kleine Zeitung
20.4.2010 Kathpress
Presse-Archiv:
"Weges der Hoffnung"
"Weizer
Pfingstvision" feiert 20-jähriges Bestehen mit Initiative
für Erneuerung in Kirche und Gesellschaft
Graz, 6.5.08 (Kathpress) Die
"Weizer Pfingstvision" feiert heuer ihr 20-jähriges Bestehen.
Das
Jubiläumsjahr der oststeirischen kirchlichen Reformbewegung,
die
mit ihrem Motto "Je spiritueller, desto solidarischer" weit
über
die Region Weiz hinaus Anhänger fand, findet ihren
Höhepunkt
am kommenden Pfingstsonntag in Weiz. Dem pfingstlichen Treffen ging
eine Reihe von Veranstaltungen mit sozialpolitischer, kultureller und
spiritueller Ausrichtung voraus bzw. steht diese Woche noch an. Den
Pfingstgottesdienst am 11. Mai um 10 Uhr in der Weizbergkirche
gestaltet heuer der Aachener Pfarrer und Autor "biblischer Gedichte",
Wilhelm Bruners. Darauf folgt der schon traditionelle
Fußmarsch
zum Franziskussteinbruch bei Weiz.
Dass die "Weizer Pfingstvision"
mittlerweile zu einer Bewegung mit hoher Bedeutung weit über
die
Oststeiermark hinaus wuchs, unterstreicht nach den Worten des
Initiators und Leiters, Fery Berger, der gute Start des vor kurzem bei
einer Jubiläumsveranstaltung ausgerufenen "Weges der
Hoffnung":
Diese mehrjährige, vom Zweiten Vatikanischen Konzil
inspirierte
Initiative vernetzt Christen, aber auch "Menschen guten Willens"
für eine Erneuerung in Kirche und Gesellschaft. Prominente
Katholiken wie der ägyptische Jesuit und Mystiker Henri
Boulad,
EU-Sonderkoordinator Erhard Busek, der Wiener Pastoraltheologe Paul
Zulehner oder Romero-Preisträger Günter Zgubic
hätten
sich dem "Weg der Hoffnung" bereits angeschlossen, so Berger in einem
"Kathpress"-Gespräch. Ihnen allen gehe es um ein
gesellschaftlich
wirksames "Neues Pfingsten", das die Globalisierung mit dem Geist
christlicher Nächstenliebe und mit dem Anspruch auf
Gerechtigkeit
und Solidarität durchdringen soll, erläuterte Berger.
Schüssel, Glavinic und Bruners zu Gast
Im Vorfeld des Pfingstfestes
wurden in und um Weiz viele spirituell-kulturell-politische Akzente
gesetzt. Berger wies auf den jüngsten Besuch von
Ex-Bundeskanzler
Wolfgang Schüssel hin, der sich in einem Vortrag mit dem Thema
"Wirtschaft und Solidarität" beschäftigte; das
Spannungsfeld
zwischen "Globalität und Gerechtigkeit" habe unter ganz
anderem
Blickwinkel der EZA-Experte und Publizist Leo Gabriel
erläutert.
Kulturell Interessierte seien bei einem Gespräch des
Erfolgsautoren Thomas Glavinic mit dem Priester und Psychotherapeuten
Arnold Metnitzer auf ihre Rechnung gekommen; auf Kontinuität
angelegt ist laut Berger ein meditativ-musikalisches
"Crossover"-Projekt des Organisten Johannes Ebenbauer und der Gruppe
"beefolk": Unter dem Titel "Eternity" sei es zu einer Richtung
weisenden Fusion von mittelalterlicher Gregorianik und rhythmischem
Ethno-Sound gekommen, bei der sich die Besucher frei in der nur von
Kerzen erleuchteten Weizbergkirche bewegten. Eine weitere Kostprobe
ihres Könnens werden die Musiker am Sonntag ab 20 Uhr bei
einer
"Pfingstperformance" im Kunsthaus Weiz geben.
Der diesjährige
Pfingst-Prediger Wilhelm Bruners wird bereits am Freitag, 9. Mai, um
19.30 Uhr im Kunsthaus Weiz einen Vortrag zum Thema "Wie Jesus glauben
lernte" halten; am Pfingstsamstag, 10. Mai, leitet er zunächst
im
Pfarrzentrum am Weizberg ein spirituelles Seminar unter dem Titel "Gott
ohne Grenzen" und gestaltet ab 21 Uhr die traditionelle "Spirituelle
Nacht" in Weiz mit.
Das heurige 20. Weizer
Pfingstereignis ist diesmal auch im ORF stark vertreten: Am
Pfingstsonntag ist von 9.04 bis 10 Uhr im ORF-Radio Steiermark Fery
Berger als Koordinator der "Weizer Pfingstvision" zu Gast. Am
Pfingstmontag gestaltet Prof. Paul M. Zulehner zwischen 7.05 und 8 Uhr
die Reihe "Erfüllte Zeit" mit Bezügen auf Weiz. Im
selben
Programm ist am Pfingstmontag ab 10.30 Uhr eine Sendung über
"20
Jahre Weizer Pfingstvision" zu hören. Im ORF-Fernsehen war dem
Jubiläum eine Ausgabe des Religions- Magazins "Orientierung"
gewidmet (nachzuschauen unter "webcast" auf der
Homepage religion.orf.at). Informationen
zum Weizer Pfingstereignis und zum
"Weg der Hoffnung": www.pfingstvision.at
Präsentation
der Solidarregion Weiz
Presseaussendung_26.5.2007
Die Solidarregion Weiz
präsentierte sich am Freitag, 25. Mai in einer dreiteiligen,
hochkarätig besetzten Veranstaltung der
Öffentlichkeit. Der
pfingstliche Termin hatte dabei durchaus Symbolkraft, ist diese
Basisinitiative doch 2005 aus der Weizer Pfingstvision hervorgegan-gen,
wobei Initiator Fery Berger ausdrücklich die
Überparteilichkeit und Überkonfessionali-tät
dieser
Initiative betont.
Das gut besuchte forumKloster in
Gleisdorf bot am Vormittag einen würdigen Rahmen für
die
Präsentation und eine erste erfolgreiche Bilanzierung der
Solidarregion Weiz. Ansatz-punkt ist die unaufhaltbare Globalisierung,
für Berger die weltweit größte und
schnellste
Re-volution, die zwar wertneutral gesehen wird, aber mit der
Überzeugung, dass der freie und liberale Markt ohne
Solidarität nicht das Gemeinwohl der Menschheit
herbeiführen
kann. Der dringliche Handlungsbedarf in Sachen Solidarität
wurde
auch von Gleisdorfs Bürgermeister Christoph Stark erkannt: "Im
heutigen wirtschaftlichen und politischen Leben ist
Solidarität
beinahe ein Paradoxon geworden." Und Staatssekretärin
Christine
Marek legte nach: "Think global, act local."
Damit traf sie genau den
Kernbereich der Solidarregion: "Ich bin Weizer, aber auch
Bürger
dieser Welt," stellte Berger bei seiner großen
Präsentation
klar. Es gelte daher, die regionale und globale Solidarität zu
fördern und dabei immer die Vision der großen
Weltfamilie im
Auge zu haben.
In der ersten Entwicklungsphase
hat die Solidarregion 2005 dringenden Handlungsbedarf in Sachen
Wirtschaft, Soziales, Ökologie und Weltbilder geortet, daraus
12
Leitprojekte entwi-ckelt, von denen sich in einer nicht vorhersehbaren
Dynamik seither sieben Projekte in der konkreten
Durchführungsphase und zahlreiche weitere in der Planungsphase
befinden. Her-vorzuheben sind dabei vor allem das Bankenprodukt
Solidarsparbuch/Solidarkredit zur Förde-rung von
älteren
Arbeitslosen, welches mittlerweile europaweit für Interesse
sorgt,
die Platt-form "Eine Welt", in der versucht wird, einen Euro
jährlich pro Einwohner des Bezirkes Weiz ( 80.000
€.-)
für Projekte in ärmeren Ländern zur
Verfügung zu
stellen, die geplante Errich-tung einer 100 kW
Solidar-Photovoltaikanlage oder die Begegnungsstätte der
Generationen "Haus für Jung und Alt" in
St. Ruprecht.
Höhepunkt und Abschluss des
Vormittages bildete der Festvortrag von DDr. Paul Michael Zulehner zum
Thema "Solidarität in Wirtschaft und Politik". Auch er sieht
in
der heutigen "Informatisierung", im "vagabundierenden Reichtum" sowie
in der Veränderung der Alters-struktur ein hohes Maß
an
Globalisierungsverlierern. Sein Plädoyer:
Spiritualität und
Solidari-tät verknüpfen und sich nicht mit einer
internen
"Mikrosolidarität" zu begnügen. Was drin-gend
für einen
globalen Frieden benötigt wird, sei eine Globalisierung der
Gerechtigkeit, an-sonsten drohe die "Globalisierung des Terrors". Die
Projekte der Solidarregion Weiz sieht er in diesem Sinne als
zukunftsträchtig und richtungsweisend an.
Mit dem nachmittäglichen
Seminar in der Elin VA-Tech Hydro vor Führungskräften
des
mittleren Managements kehrte die Solidarregion in beinahe sentimentaler
Erinnerung zu ih-rem Ursprung zurück, wurde sie doch aus einem
spontanen Solidaritätsakt gegründet, als 2005 durch
den
Verkauf der VA-Tech Hydro 900 regionale Arbeitsplätze in
Gefahr
waren. Zulehner stellte dabei in seinem Gastvortrag die Themen
"Solidarität zwischen Arbeitswelt und Familienwelt" und
"Solidarität innerhalb der Arbeitswelt" in den Vordergrund.
Gestützt auf fundierte Studien stellte er fest, dass
Mitteleuropa
eine kinderabweisende Gesellschaft geworden ist, die Wirtschaft nicht
familienfreundlich agiert und viele Erwachsene ein opti-mal-leidfreies
Glück - und das 90 Jahre lang - anstreben. Durch die Angst, zu
kurz zu kom-men, bleibe wenig Kraft zum Teilen übrig.
Außerdem räumte er der Produktion von "toten
Gütern"
einen starken Vorzug gegenüber "lebenden Gütern" ein:
"Man
müsste heute das Glück haben, als Auto zur Welt zu
kommen,
dann wäre man moralisch gut beschützt." Mit seiner
Feststellung: "Genetisch sterben wir aus" und der für ihn
zwingend
notwendigen Zuwanderung sorgte er in der anschließenden
Diskussion für viel Gesprächsstoff. Im Vorder-grund
stand
dabei auch die große Frage, wie kann man sowohl
Wirtschaftskraft
als auch den Sozialstaat erhalten sowie die Möglichkeit einer
Strukturverbesserung hin zu familienfreund-licheren Unternehmen. Wobei
Zulehner durchaus einräumte, dass es sich dabei immer um einen
Balanceakt zwischen Ökonomie und Menschlichkeit handelt, da es
für viele Fragen keine ethisch sauberen Lösungen
gibt.
Allgemein ließ sich in dieser Diskussion ein breiter Konsens
zu
gelebter Solidarität auch in der Wirtschaftswelt erkennen.
Das abendliche
Solidargespräch im randvoll besetzten Saal der
Wirtschaftskammer
Weiz bildete den würdigen Abschluss dieser
Präsentation.
Gerfried Sperl, Chefredakteur "Der Standard", der diese Veranstaltung
in seiner unverkennbar eigenwilligen aber profunden Art moderierte,
lobte gleich zu Beginn das enorme Publikumsinteresse sowie die
hochrangige Besetzung des Podiums. Das Gespräch - unter
starker
Einbindung des Publikums - widmete sich nochmals eingehend der Frage:
"Was heißt Solidarität in einer globalisierten
Welt?"
Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb stellte emotional fest, dass ohne
weltweite Solidarität die Herausforderung des Klimawandels
nicht
zu schaffen sei. Reinhold Zingl, Direktor der VA-Tech sieht hier vor
allem einen politischen Umdenkbedarf: "Der Wirtschaft ist es egal, ob
sie Bezinautos oder Elektroautos erzeugt."
Caritaspräsident Franz
Küberl umriss das Thema Immigration gezielt mit der Bemerkung:
"Die Armen wissen, wo die Reichen wohnen" und ortet auch hier einen
großen Solidaritäts-bedarf in Sachen
vernünftigem
Umgang mit Ressourcen und den großen Fragen zur Proble-matik
von
Armut und Wanderungspolitik. ÖGB-Bildungsreferent Gerhard
Winkler
bedauer-te das heutige Fehlen der klassischen Solidarität in
der
Arbeitswelt. Der Soziologe und A-sienwissenschafter Gero Jenner
zeichnete eine Geschichte der Solidarität und stellte dazu die
lapidare Frage: "Was Solidarität ist, wissen wir seit 2000
Jahren
(seit Jesus Christus), warum befolgen wir sie nicht?" Paul Zulehner
stellte aus Sicht der Kirche fest, dass Solidarität recht
erfolgreich gelebt wird bei vernetzten Gläubigen
(Pfarrgemeinde,
Orden, Caritaseinrichtun-gen), kaum aber bei privaten
Gläubigen.
"Solidarität", brachte er seine Definition auf den Punkt, "ist
eine mit der Gerechtigkeit verbundene Tugend, sich stark zu machen
für einen offenen Zugang möglichst vieler zu den
knapper
werdenden Lebenschancen in der einswer-denden Welt."
Damit traf er wohl genau die
Intention und das Aufgabenfeld, dem sich die Solidarregion Weiz
verschrieben hat. Und dem großen öffentlichen
Interesse
sowie der Tatkraft der zahlrei-chen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen
nach ist zu schließen, dass sich hier in Weiz etwas
entwickelt,
was nachhaltig Vorreitercharakter besitzt und sich durchaus zur
Nachahmung in anderen Regionen anbietet.
Solidarregion Weiz
Initiator: Fery Berger
Weizberg 13, 8160 Weiz
weizer@solidarregion.at
www.solidarregion.at
Info: Tel. 0664/2023773
|